Mein dunkler Elf.

 
Ich sah dich, schwarz gewandet,

vor einer ebensolchen Mauer stehen.

 
Ich sah deine magischen Hände.

Sie schrieben an die Wand mit Licht.

 
Sie schrieben klein und undeutlich.

Ich konnte den Sinn nicht erkennen.

 
Ich sah dich nur von Zeit zu Zeit

Zittern, schaudern und weinen.

 
Zuweilen hörte ich dich auch schreien.

Ich sah dich leiden und litt mit.

 
Ich hörte dich leise rufen und lauschte

Und erkannte eine Melodie, die du

Zu singen begonnen hattest.

 
Sie war so voller Kummer, Angst, Hass,

Schmerz, tiefer Trauer und endloser Liebe.
 
 
Und ich begriff plötzlich, das es

Dein Leben ist, das aus dir sang
 

                              Michelle
Schwarze, schillernde Schwingen
die mich einst in Liebe
umfingen,
genährt durch Vertrauen und Wärme,
belebt durch Gegenseitigkeit und
Zweisamkeit,
sind jetzt mein Gefängnis.

Liebe wurde zu Ablehnung
Wärme zu lähmender Kälte
Missbrauchtes Vertrauen tötet
Einsamkeit lacht mich an.

Jede einzelne Feder ist ausgestattet
mit den Messern die die Verletzung
gebiert.
Mit jedem Tag, jedem Wort,
treiben sich die Messer tiefer in mein
Fleisch.
Schmerz, unendlicher Schmerz.
 
Seele, zu Eis erstarrt
Blut rauscht aus meinem Herzen
Tränen vertrocknen
Noch bevor ich weine.

Wie kann ich so leben?
Und doch, ich werde es müssen